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 Das Turnier

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VolkervonAlzey

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BeitragThema: Das Turnier   Mi Apr 03, 2013 2:23 pm

Die Runden 1 und 2


Der Sommer geht zur Neige und im Jahr 1531 nach Skophis' Fall reiten erneut Boten in aller Herren Länder, um die Mitglieder der Grauen Bruderschaft zusammenzurufen, um zum alle vier Jahre stattfindenden Großereignis einzutreffen: Dem Turnier der Grauen Brüder.

Die ersten beiden Wochen sind für Zuschauer wenig interessant. In einem nie enden wollenden Marathon haben sich mehr als zweihundert Bewerber den Meistern Oderon, Alvin und Atep-Re gestellt, sie mit ihrer Zauberkunst und ihrer mehr oder weniger vorhandenen Würde zu beeindrucken. Jeder der Meister konnte bis zu sieben Murmeln in einen Beutel legen, die ihr Gefallen ausdrückten: Oderon, wenn man in seinem Fach ein Meister war, Alvin, wenn man mehr in der Magie beherrschte als sein eigenes Fach und Atep-Re, wenn man ein würdiges und ehrhaftes Mitglied des Ordens war. In den Zuschauerreihen fand sich neben den Meistern ein einziges Mitglied - was er beurteilte, oder welche Rolle der Grauberobte spielte, war nur wenigen klar.

Endlich, am 1. Wanisman, wurde das Fest eröffnet!
Der Vormittag blieb den verschiedenen Religionen frei, um Gottesdienste zu halten, zu opfern, und ihre Götter um Beistand anzuflehen. Gegen Mittag - schwere Wolken hatten sich über dem Versammlungsplatz gelegt - wurde von der schönen Tochter eines Artefactologen des Bundes ein Zauber gewirkt, der die Wolken vom Firmament vertrieb und eine kühle Sonne über die herbstliche Tafel scheinen ließ. Ordensgroßmeister Dionoros Philosophos hielt eine festliche Ansprache über Tugend, Ehre, Macht und Ruhm. Sämtliche Ordensmitglieder - es waren wohl an die 500! - sprachen sodann in einem würdigen Chor die Schwurworte in alttetylonischer Sprache. Hernach gab es ein großes Festmahl, an das anschließend eine Verlautbarung folgte, in der ausgerufen wurde, welcher Kämpfer von welchem Meister wieviele Murmeln erhalten hatte, und wer, wann und wo sein Gegner sein würde. All dies wurde dann in einer gewaltigen Tafel im Schlafsaal der Ordensburg veröffentlicht.

Die erste Runde war noch recht unspektakulär. Die meisten Kämpfer waren zu schwach oder zu unterschiedlich, um einen spannenden Kampf zu liefern. Nennenswert ist das Duell zwischen Jünger Brokwulf, einem neuen Mitglied und meisterlichen Flammenmagier, und Jünger Brangard, einem Magier aus dem imperialen Wäldern. Schon ehe der Kampf richtig begonnen hatte, beschwor der Flammenmagier ein Haus aus lohenden Flammen und warf sich hinein, wurde aber noch im Aufschlagen von einem wohldosierten Manaball in die Brust getroffen - zu wohldosiert, denn der Ball vermochte nicht nur, Brokwulf nicht zu töten, sondern hinterließ darüber hinaus auch keine sehr gefährlichen Schäden. Der Getroffene vergeudete keine Zeit und rief einen allerzermalmenden Feuersturm herauf. Jünger Brangard scheute kurz davor zurück, warf sich dann aber ins Flammenmeer, verfehlte jedoch seinen Feind mit einer zweiten Attacke und ergab sich schließlich, ehe die Flammen ihn verschlangen.

Die zweite Runde entschädigte für die wenigen aufregenden Kämpfe der ersten.


  • Einen erstaunlichen Kampf lieferte sich Jünger Khales-Amir mit Kharnotep, einem Meister der Blutmagie. Während die beiden sich sieben Schritte voneinander entfernten, beschwor der Dämonenmeister einen Heshaliv, einen finsteren Schattendämon, der eine gefährliche Peitsche schwingt. Indes öffnete sein Feind seine Adern, um einen gewaltigen Lähmungszauber loszulassen. Unsicher, wer die größere Gefahr war, schleuderte er seinen Zauber Khales-Amir entgegen und zwang ihn in eine Starre. Kaum war der Bannkreis verflogen, schlang sich jedoch die Peitsche des Heshaliv um den Stab Kharnoteps, und entriss ihn ihm. Unsicher, wem der Sieg zuzurechnen sei, ließ Meister Alvin noch eine Weile fortfahren. Als sich mit einem zweiten Schlag die Peitsche um ein Bein Kharnoteps schlang und begann, sein Fleisch zu zersetzen, ergab sich der Entwaffnete, brach den Zauber und verneigte sich vor Emir Khales-Amir, der seinen Geist zurückschickte, wo er hergekommen ist.
  • Einen ähnlich spannenden Kampf gab es zwischen Jünger Osjkow und dem Meisterillusionisten Dardanelli. Als Ojskow sicht umdrehte, hatte sich sein Feind bereits geschickt verborgen. Wie eine lauernde Katze bewegte sich Ojskow im Kreis, um nicht überrascht zu werden. Plötzlich schoss aus dem Nichts ein Energieball auf Ojskow zu und drohte, ihn in den Rücken zu treffen. Doch Ojskow reagierte schnell, drehte sich sofort um - ohne den Ball gesehen haben zu können! - und entfesselte einen gewaltigen Zauberbrecher. Schnell hallten Schmerzensschreie aus dem Nichts durch die Arena, dann das Wort "Aufgabe!", und in der Arena erschien die gebrochene Gestalt Jünger Dardanellis.
  • Vielversprechend war das Duell der beiden Feuermagier Jünger Brokwulf und Jünger Methelais, der eine ein gewaltiger Flammenmagier, der andere ein Meister der Beherrschungsmagie. Schon in den ersten sieben Schritten errichtete Jünger Brokwulf eine Flammenwand, die ihn vor dem Zauber seines Feindes schützen sollte. Das nutzte jedoch wenig, denn Jünger Methelais entfesselte einen Beherrschungszauber, der Jünger Brokwulf unter seine Kontrolle bringen sollte. Gleichzeitig erschien ein Strom aus allesvernichtenden Flammen, der alles um ihn herum zu verschlingen trachtete und tatsächlich Jünger Methelais - zwar vom Bannkreis seines Zaubers geschützt - erfasste. Da geschah unter dem Druck des Flammensturm etwas, das Jünger Methelais' Anhänger zum Aufschreien brachte: Der Bannkreis brach in sich zusammen, die Energien verflüchteten sich, und die tosenden Flammen hätten gedroht, Jünger Methelais zu vernichten, hätte der Flammenmagier seinen Zauber nicht beendet. Nur mehr leise drang ein röchelndes "Ich ergebe mich" aus der ausgetrockneten Kehle Bruder Methelais'.
  • Unerwartet spannend stellte sich der Kampf zwischen Yasinia Falconieri, die bei der Vorausscheidung nicht weniger als zwanzig Murmeln erhalten hatte, und dem eher mittelmäßig geglaubten Illusionisten Allessandro Gioppo heraus. Kaum, dass die Kontrahenten ihre sieben Schritte gegangen war - dem Publikum entging kaum, dass Yasinias Schritte besonders damenhaft kurz waren - wirbelte die Falkoniterin herum und sprang auf Allessandro zu, um den siegbringenden Zauber zu entfesseln ... nur, dass nicht mehr als eine schwarze Wolke da war, wo Allessandro gerade noch zu sehen war. Im selben Moment schrie sie laut auf, wie von heftigen Schmerzen gequält und einen Moment drohte die locker in der Luft Gleitende abzustürzen.
    Doch Yasinia biss die Zähne zusammen und versuchte, dem Schmerzzauber zu entrinnen. Anders als ihr Vorgänger gelang es ihr, fliegend, dem Zauber zu entkommen. Der erleichterte Seufzer klang durch die ganze Arena.
    Von den Schmerzen befreit, wob Yasinia sodann ein magisches Auge, das frei über der Arena schwebte und floh weiter in weiten Kreisen vor dem Zauber Allessandros. Unfähig, in dieser Situationen einen machtvollen Zauber zu wirken - und entweder zu faul, zu unbegabt oder zu desinteressiert, sich im Vorfeld einen Zauber vorzubereiten - bleibt Yasinia nur die Flucht nach oben. In über hundertfünfzig Fuß Höhe zeichnet sie magische Zeichen in die Luft und bereitet sich auf ihren finalen Angriff vor. Dann stürmt sie - am Schmerzzauber vorbei, der noch immer gefahrvoll auf sie lauert - auf ihren Gegner zu und entfesselt einen gewaltigen Zauber, der den Zauberstab ihres Feindes trifft und ... vorerst gar nichts macht. Und dann, langsam (während die Magierin um ihren Gegner kreist, in ständiger Flucht vor dem sie verfolgenden Zauber), beginnt sich der Stab des Allessandro (der mittlerweile nicht mehr in der Dunkelheit steht) ganz allmählich zu heben. Dieser murmelt verbittert Worte und beschwört sich schwere Stiefel aus Granit, doch vergeblich: Langsam, ganz langsam, schwebt der Stab in die Luft, Allessandro an ihm hängend. Als seine Beine den Boden verlassen, ruft er "Aufgabe" und gibt den Sieg an Yasinia ab.
  • Eindeutig die meisten Zuschauer lockten allerdings die Jünger Anya und Salman. Gleich in der ersten Sekunde des Kampfes schossen zwei gewaltige Zauber aufeinander zu. Doch Jüngerin Anyas Reflexe waren eine Spur schneller, und so zerfetzte eine Ladung Steinsplitter Bruder Salmans Satyrnbein. Die Menge duckte sich, als sein Zauber bei Anya einschlug, diese mit einer grimmigen Grimasse erstarrte und viele schon ihr Ende gekommen sahen. Da schrie plötzlich Jünger Salman laut auf - sein Zauber war irgendwie außer Kontrolle geraten - hielt den Spruch noch zwei Lidschläge und beendete ihn schließlich schwer atmend, mit angesengtem Fell und roten Augen, und der Bannkreis legte sich. Hastig atmete er durch und ließ einen eiligen Heilzauber auf sein gemartetes Fleisch wirken, doch da wurde er schon von einem Geschoss, einem Manaball, getroffen und umgeworfen. Dort lag er zitternd, bis sich Anya näherte. Entschlossen versuchte er, ihr Bein zu packen, doch da beförderte ihn ein drittes Geschoss in die Bewusstlosigkeit.



Besonders erwähnenswert ist der Glückspilz Theophan, der die erste Runde unbeschadet überstand, als er einen frisch beigetretenen Jungmagier bezwang, und die zweite, als er einem kaum Zwanzigjährigen gegenüberstand, der sich mit mehr Glück als Verstand durch die erste Runde gebracht hat. Da sich Milanesa und Der Feuergeist - die Theophan beide haushoch überlegen waren - in einem spektakulären Patt gegenseitig ausgeschaltet hatten, steigt Theophan nun ohne Gegner in die vierte Runde auf! Dort endet allerdings das Glück des kleinen Zauberers, denn als nächster Gegner steht ihm Anya bevor, die schon in der zweiten Runde einen der mächtigsten Duellisten des ganzen Turniers bezwungen hat.

Diese Nachricht wurde auf meinem neuen Laptop Viktor erstellt. Danke, Viktor!
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VolkervonAlzey

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BeitragThema: Re: Das Turnier   Fr Nov 15, 2013 6:18 am

Runde 3

Auch Runde 3 barg wieder einige sehr spannende Kämpfe. Immer dichter treten die einzelnen Runden nun aneinander, und immer weniger Zeit haben die Kontrahenten, sich aufeinander vorzubereiten. Manche Kämpfer beginnen schon, Zauber und Zeit zu sparen, um sich in höheren Runden zu schlagen, während andere verbissen ihr Letztes geben, um Ruhm und Ehre zu erlangen.



  • Eine wenig spannende, aber nichtsdestoweniger beeindruckende Demonstration herausragender Illusionsmagie bewies Yasinia Falconieri gegen die für ihre Grausamkeit bekannte Beherrschungsmagierin <HierbittenochdenrichtigenNameneinsetzen>. Noch während sich die Kontrahentinnen auseinanderbewegten setzte Yasinia einen einfach wirkenden Zauber in Kraft: Sie verschwand von der Bildfläche, doch gleichzeitig erschien, gleich neben ihr, eine exakte Kopie von ihr, die sich die restlichen drei Schritte vom Zentrum der Arena entfernte und schließlich umdrehte.
    Kaum war der siebente Schritt verhallt, schoss ein gewaltiger Zauber aus <Name>s gereckter Faust auf Yasinia zu - aber die falsche. Der Zauber floss ins Nichts.
    Darauf war seine Wirkerin nicht gefasst: Unkontrolliert floss die Energie ins Leere. Ein schriller Aufschrei und ein leises Seufzen war das Letzte, bevor die Unselige verbrannt und verzehrte auf die Knie sank und regungslos auf dem lehmigen Boden der Arena liegen blieb.
  • Weitaus spektakulärer war der Kampf zwischen dem vieldiskutierten Jünger Emir Khales-Amir, dem wohl berüchtigsten Dämonologen der Grauen Bruderschaft, und dem schweigenden Beobachter der Aufnahmeprüfungen: dem bisher unbekannt gebliebenen Jünger Kaito.
    Ein verhaltenes Raunen ging durch die Menge als Jünger Emir Khales-Amir beim vierten Schritt den Stab auf den Boden setzte und sich aus dunklen Schwaden eine Gestalt formte, die weit über den Kontrahenten aufragte: keinen geringeren Dämon hat er für den Kampf gegen den ehemaligen Ordenswächter gerufen als einen Baphom. Der Feldherr des unnennbaren Erzdämonen der schwarzen Nacht reckte die Arme empor und noch eher der siebente Schritt gegangen war, fand sich die Arena in finstere Nacht gehüllt. Wer von den Zuschauern nicht mittels Sphärenblick-Magie zuschaute, was nun geschah, für den war der Kampf gelaufen.
    Das war er aber mitnichten. Kaum war der Kampf eröffnet, rannte der Dämon mit schweren Schritten auf Jünger Kaito zu. Ob der Schwere seiner Schritte vermutlich auf einen schwächlichen Kriegsdämon vom Format eines Ankharaz schließend, entschloss sich Kaito für einen raschen Exorzismus. Doch das gewählte Geschütz war zu gering, der Feind zu groß: Der Baphom drehte den Spieß um, und begann, Jünger Kaito das Leben zu entziehen.
    Als die schweren Schritte des Dämons zu jäh, zu früh endeten, zeichnete sich ein Ausdruck des Schreckens auf Khales-Amirs Gesicht: auf diesen Fortgang des Duells war er nicht gefasst gewesen. Eilig schuf er einen Sphärenblick, um die Lage zu sondieren, und wurde des Ausmaßes der Gefahr bewusst: offenbar hatte er dem Dämonen nicht ausdrücklich verboten, Jünger Kaito nicht zu töten. Das Leben eines Ordensmitglieds (und seine Ausscheidung) stand auf dem Spiel. Jünger Khales-Amir reagierte schnell: Nach nur kurzem Zögern reckte er dem dämonischen Diener beide Arme entgegen und setzte einen Zauber frei, der jenen erneut unter seine Kontrolle zwingen sollte - doch vergeblich. Der Dämon konnte sich losreißen, und arbeitete weiter an der Rache an seinen Herren.
    Wer sein Gesicht hätte sehen können, hätte gesehen, wie angestrengt er nachdachte, wie er die Situation wenden könnte. Der Exorzismuszauber von Jünger Kaito war so wohldosiert, dass ein vernünftiger Dämonole nichts über der Größe eines Kleinen Verpesters anzugreifen gewagt hätte. Kein Mensch könnte einen Kampf gegen einen Baphom überleben - es wäre, als würde man mit einem Messer gegen einen Drachen kämpfen.
    Endlich schien Jünger Emir Khales-Amir den rettenden Einfall zu haben und nur wer gut hörte und mit der Magie der Südländer vertraut war, konnte die Formel erkennen: Er wollte die Schwachstelle nutzen und den recht schwachen Zauber brechen. Kaum, dass er fertig war, wusste er, dass ihm die Zeit davonlief. Es war ein Wunder, dass Jünger Kaito überhaupt noch atmete, doch in der Finsternis konnte er den Zauber nicht angreifen, einen Sphärenblickzauber nebenher nicht mehr riskieren. Schwitzend rannte er in Richtung des magischen Kampfes.
    Und dann geschah das Unglaubliche: Jünger Kaito, mit einem Dolch bewaffnet, besiegte den Drachen. Der Bannkreis wurde gebrochen. Jünger Kaito, zwar besiegt, überlegte den Kampf gegen den unkontrollierten Baphom, und wurde somit zum eigentlichen moralischen Sieger des Kampfes.

    Jünger Emir Khales-Amir hat den Kampf zwar gewonnen, doch es war ein Pyrrhus-Sieg. Er gratulierte seinem Gegner und verließ das Feld mit Würde. Doch seine Unfähigkeit, den Dämonen zu kontrollieren, konnte von halb Alveron beobachtet werden, und sein Ruf als Prophet einer neuen Offenheit in der Dunklen Bruderschaft, nahm irreparablen Schaden.
  • Ebenfalls mit gebanntem Atem verfolgten die Zuschauer den Kampf zwischen Jünger Thomedros und der Neueinsteigerin, die auf den Namen Blaue Lilie hört. Jüngerin Blaue Lilie, um die Etikette zu wahren. Der Kampf fand in einer Sommernacht statt – wann auch sonst, würde Jünger Thomedros doch tagsüber zu Stein erstarren. Die Arena war mit Fackeln und frei schwebenden Flammenbällen erhüllt, doch man konnte sich des Eindrucks nicht entziehen, dass die Schatten tanzten, um die Augen der Zuschauer zu verwirren.
    Kaum hatte der Kampf begonnen, ging ein Raunen durch die Menge: Blaue Lilie öffnete vor sich ein blau schimmerndes Portal, schritt hindurch und war – weg. Unter den Beurteilenden begann Getuschel, da man sich nicht uneinig war, ob sich Blaue Lilie nicht selbst damit disqualifiziert hatte, die Arena zu verlassen, doch noch wurde beobachtet. Jünger Thomedros, von Wut gepackt, stürmte auf das Portal zu, um seinem feigen Feind zu folgen, doch vergeblich: Es schloss sich, noch bevor der Gargoyle sich genähert hatte. Knurrend und einen gewaltigen Manaball in Händen parat, ging Jünger Thomedros in Kreisen durch die Arena, um seinem Feind nicht die Möglichkeit zu geben, ihn zu überraschen. Schließlich öffnete sich erneut ein Portal. Eine Mischung aus Lachen und Brüllen dröhnte aus der Kehle des Hünen, bevor er den Manaball dem Unvorbereiteten entgegenwarf. Oder war sie doch auf den Angriff vorbereitet? Ein grünes Glimmen war alles, was zu sehen war, als der Ball eintraf. Nur das Publikum konnte sehen, dass der Manaball in Wirklichkeit weiterschoss – durch die Illusion hindurch. Knurrend machte sich Jünger Thomedros erneut auf der Suche nach einem Feind, den er bekämpfen konnte. Doch Blaue Lilie blieb verschwunden.
    Bis sie plötzlich aus dem Nichts am Rande der Arena auftauchte, kaum dass Jünger Thomedros an ihr vorbeigegangen war. Sie räusperte sich leise, und als sich der Gargoyle umdrehte, erfasste in Lilies Zauber. Was danach geschah, war nichts anders zu beschreiben als: Wahnsinn. Jünger Thomedros rannte beschwor einen Manaball nach dem anderen und warf ihn von sich – doch nie auch nur in die Nähe von Blaue Lilie, die gemütlich, so schien es, durch die Arena flanierte. Die Wut und Verwirrung Jünger Thomedros verzerrte sein Gesicht zu einer Grimasse und immer wieder forderte er seinen Feind, laut fluchend, auf, sich nicht weiter zu verstecken. Wie ein gehetztes Tier wandte er sich panisch hin und her, während Blaue Lilie offen durch das Feld lief und mit pointierten Witzen das Publikum unterhielt.
    Schließlich begann Jünger Thomedros laut zu schreien und nach einer Zeit, die allen endlos erschien, stieß er aus gefletschten Zähnen hervor: „Gut, ich akzeptiere deinen Sieg!“
  • Andere Kämpfe waren nicht mehr so spannend. Erwähnenswert ist vielleicht noch Jünger Brokwulf, der seinen Widersacher, den Drakenföhr-Kampfmagier Hjunrov, völlig unbeschadet in einem Meer aus Flammen verschlungen hat, eher dieser wirklich eine Chance hatte, etwas zu tun.


[P.S.: Hab den Text nicht mehr korrekturgelesen. Wer Fehler findet, soll diese bitte beim Salzamt in Steyr melden.]
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VolkervonAlzey

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BeitragThema: Re: Das Turnier   Fr Nov 15, 2013 7:36 am

Runde 4

Langsam verringert sich der Kreis der Kämpfer. 8 Kämpfe gibt es noch in Runde 4, und die wenigsten davon sind nicht spannend.



  • Die Runde wird eröffnet von Jünger Loximus, einem Meister der Heilungsmagier, und Jüngerin Yasinia. Dieser Kampf ist höchstens insofern als interessant zu bezeichnen, als Yasinia mit ungebrochener Kreativität ihren vierten Gegner auf die vierte verschiedene Weise besiegt. Nachdem sie ihren ersten Feind mit einem Schmerzzauber in die Knie gezwungen und dem zweiten auf magische Weise den Stab entrissen hat und schließlich in ihrem dritten Kampf der Gegner sich selbst außer Gefecht gesetzt hat, weil er auf eine meisterliche Illusion reingefallen ist, so hat sie diesmal eine weitere Zaubertechnik aus dem Ärmel geholt: Gedeckt von einer schwarzen Wolke zog sie zuerst den Rückzug an und flüchtete sich in der Luft aus der Reichweite der Schwächungszauber Jünger Loximus‘. Sodann beschwor sie der Reihe nach erst einen, dann einen zweiten und schließlich einen dritten Feuerball, wobei sie schon nach dem ersten einen Entzauberungsversuch abschmettern musste. Als der erste Feuerball sich langsam in Bewegung setzte, ergab sich Jünger Loximus, eher von drei schwebenden Feuerbällen eingekreist werden würde.
  • Einen harten Kampf liefert sich Jünger Aarmin mit Jüngerin Eritara, einer meisterlichen Erz-Felsmagierin (Felsenerzmagierin?). Sie grub die halbe Arena um, als sie überall Felsenspeere aus dem Boden wachsen ließ, doch Jünger Aarmin konnte sie – ironischerweise mit Felssplittern – besiegen, eher er außer Gefecht gesetzt wurde.
  • Spannend dagegen war einer der beiden „Titanenkämpfe“, in denen die Jünger Emir Khales-Amir und Leya gegeneinander antraten. Der Kampf begann ähnlich wie der Kampf gegen Jünger Kaito – vermutlich hatte Jünger Emir Khales-Amir nicht mehr die Zeit und Gelegenheit, einen anderen Dämonen zu rufen. Wieder verdunkelte der Baphom das Sichtfeld, doch Jüngerin Leya war gewarnt. Anstelle eines Exorzismus wirkte sie einen gewöhnlichen Sphärenblick, offenbar wissend, dass der Baphom ihr nach den Regeln des Turniers nichts anhaben durfte und konnte. Die Zuschauer, diesmal vorsorglich ebenfalls mit Sphärenblicken zuschauend, konnten beobachten, wie der Baphom auf sie zustürmte und – sie an der Schulter berührte. Anfangs versuchte sie, ihn abzuschütteln, doch als sie gewahr wurde, dass er nicht mehr tat als seine Hand auf ihre Schulter zu legen, konzentrierte sie sich wieder auf ihren eigenen Feind, der inzwischen eilig daran war, eine soeben beschworene Höllenkreatur unter seine Kontrolle zu zwingen: einen Heylensgrym. Leya lächelte und entließ einen mächtigen Entzauberungszauber, woraufhin ein mächtiger geistiger Kampf entbrannte, der den Baphom glatt zurückschleuderte. Einige Sekunden wogte der Kampf hin und her, gedämpftes Stöhnen drang aus Jünger Emir-Khales Amirs Kehle … doch schließlich warf er den Zauber ab. Jüngerin Leya entließ einen Schrei der Enttäuschung und wappnete sich dem neuen Feind. Als der Heylensgrym leise grunzend auf Jüngerin Leya zulief, entschloss sie sich schließlich doch zu einem Exorzismus und schickte den Teufel dorthin zurück, wo er hergekommen war.
    Doch Jünger Emir Khales-Amir nutzte die Zeit, um weitere Teufel zu rufen: Binder. Kaum war der Heylensgrym gebannt, rannte eine Schar Binder auf Jüngerin Leya zu, um ihre güldenglühenden Netze um sie zu spinnen. Diese entschloss sich zur Flucht und versuchte, hinter sich und den Dämonen ein Zauberschild aufzubauen, doch zu spät. Sie holten sie ein und begannen langsam, sie zu fesseln. Mit wachsender Verzweiflung versuchte sie noch ein oder zwei Mal, einzelne Dämonen zu exorzieren und sich durch den Bannkreis zu befreien, aber letztlich musste sie der Übermacht klein beigeben. Bevor Jünger Emir Khales-Amir zum finalen Stoß ansetzen konnte, ergab sich die hoffnungslos verstrickte Jüngerin vor ihrem überlegenen Widersacher.
  • Der nächste Kampf fand zwischen der Elementaristin Jüngerin Ariane und der Kampfmagierin Jüngerin Persephis statt. Anfangs schien Jüngerin Ariane ihre Kontrahentin gut in Schach zu halten, als sie sie in Mauern aus Flammen einsperrte, und schließlich, einen Feuersturm losließ, dem Jüngerin Persephis nicht entfliehen konnte.
    Lediglich, sie versuchte es gar nicht. Vorsorglich scheint sie sich bereits durch einen Schutzzauber abgeschirmt zu haben. Unvermittelt tauchte sie im Flammenmeer auf und beförderte Jüngerin Ariane mit einem nicht besonders fein dosierten Kampfzauber in die Bewusstlosigkeit.
  • Spannender als erhofft war der Kampf zwischen Jüngerin Blutrose und Jünger Ojskow. Als der hagere Mittsechziger sich umdrehte, um einen gewaltigen Beherrschungszauber loszulassen, war die stets maskierte Blutrose wie zu erwarten bereits aus seinem Blickfeld verschwunden. Jünger Osjkow schien jedoch über eine andere Möglichkeit zu Verfügung, ihr zu folgen, und lief nach kurzem Zögern schnurstracks in eine bestimmte Richtung. Es bleibt ein Rätsel, wie er es geschafft haben könnte, Blutrose zu orten, doch plötzlich blieb er stehen, wartete nur einen Augenblick und ließ mit einer weit ausladenden Kreisbewegung beider Arme einen fürchterlichen Zauber los: einen flächendeckenden Beherrschungszauber.
    Sofort schloss sich ein Bannkreis um eine Stelle mitten in der Luft, wo wohl die unsichtbare Blutrose versteckt gewesen sein musste. Der Kampf war lang, ungewöhnlich lang, doch schließlich lachte Jünger Ojskow ein boshaftes Lachen, das seltsam bösartig, nun, nrowskisch böse klang. Die Sekunde darauf erschien Blutrose auf dem Turnier.
    In der nächsten Sekunde sank sie auf die Knie und blickte Bruder Ojskow in die Augen, dessen Gesicht eine Grimasse war. Hier ging es um mehr als einen Kampf in der Arena. Hier wurde etwas Persönliches geklärt.
    Die Sekunde darauf griff Blutrose nach ihrer nie abgelegten Maske. Das Publikum hielt den Atem an.
    In der darauffolgenden Sekunde spritzte Blut aus Jünger Ojskows Mund: Blutrose hatte sich einen Lidschlag losreißen können, war aufgesprungen und hatte voller Zorn einen Stoß Energie losgelassen, der Jünger Ojskow hart an der Brust getroffen hatte und ihn taumeln lassen hatte. Zitternd und rot vor Wut schrie ihr Jünger Ojskow einen Fluch in Nrowski entgegen und packte sie erneut in seinen magischen Griff. Hass und Bestimmtheit zeigte sich auf beiden Gesichtern, bis letztlich Jünger Ojskow, zum Letzten erschöpft, zu Boden sank. Vom Griff freigelassen taumelte schließlich auch Blutrose und sank nieder. Eben sollte verkündet werden, dass beide Teilnehmer ausgeschieden waren, als sich Blutrose zitternd und wackelig auf ihren Stab geschützt erheben konnte und wie ein halb eingestürztes Gebäude über ihrem Feind thronte.
  • Mitleiderregend war der Kampf Schwester Anyas gegen Jünger Theophan. Fast schon zärtlich, aber bestimmt, beharkte sie ihn so lange mit fast lächerlichen Manabällen, bis er schließlich erklärte, aufzugeben.
  • Für einiges an Spannung sorgte schließlich der Kampf zwischen Jünger Brangards Mentor Jünger Argeil und Jünger Brokwulf. Obwohl schon weit über sechzig Sommer, war der Mann noch immer sehnig und zäh wie Rinderleder. Trotzdem schrie Jünger Argeil laut, als die ersten Flammen in in einem undurchsichtigen Meer aus Feuer verschlangen. Jünger Argeil hielt dem Flammensturm aber stand, lange genug, um einen Ball aus grünem Mana nach dem anderen zu beschwören und sie ihn schnell aufeinanderfolgenden, gut gezielten Würfen nach Jünger Brokwulf zu schleudern. Beide Seiten wussten, dass sie nur schwer verwundet als Sieger aus diesem Kampf hervorkommen würden. Schließlich war es allerdings Jünger Argeil, der den längeren Atem hatte.

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